Salon Januar 2019 #1 – Filmabend: DEN NAZIS EIN DORN IM AUGE

Wann:
Januar 17, 2019 um 20:00
2019-01-17T20:00:00+01:00
2019-01-17T20:15:00+01:00
Wo:
Art Store St. Pauli
Wohlwillstr. 10

DO 18.1.2019 ab ca. 20:45:

„DEN NAZIS EIN DORN IM AUGE“. Über das Israelitische Krankenhaus in Hamburg St. Pauli (2016, 45 Min.). Ein Film von Bertram Rotermund und Rudolf Simon.

Nur wenigen Hamburgern ist bekannt, dass sich im heutigen Ortsamt St. Pauli in der Simon-von-Utrecht-Straße von 1843 bis 1939 das Jüdische Krankenhaus befand. Im September 1843 wird das Haus mit dem Titel „Israelitisches Krankenhaus“ offiziell eingeweiht, im Dezember werden die ersten Patienten aufgenommen.

Das Israelitische Krankenhaus in St. Pauli damals
Das Israelitische Krankenhaus in St. Pauli damals

„Innerhalb weniger Jahre etabliert es sich zu einem der damals modernsten Krankenhäuser: Es gibt Wasser-Spültoiletten, die Operationssäle werden ventiliert und durch Tageslicht hell erleuchtet. Dabei ist man strikt überkonfessionell ausgerichtet: „Kein in der Anstalt Aufgenommener darf zu einer religiösen Handlung oder zur Theilnahme an einer solchen gezwungen oder auch nur von Verwaltern, Aerzten und Angestellten veranlasst werden“, heißt es in den Statuten des Krankenhauses.

Die Belegschaft des Israelitischen Krankenhauses in St. Pauli
Die Belegschaft des Israelitischen Krankenhauses in St. Pauli

Es stand allen Menschen unabhängig von Herkunft und Religion offen, vor 1933 waren fast 70 % der Patienten nicht jüdisch. Dieses Krankenhaus war weit über die Grenzen St. Paulis aufgrund seiner guten medizinischen Versorgung hinaus beliebt und geachtet. Ab 1933 wurde es von den Nationalsozialisten systematisch demontiert und 1939 geschlossen.

Zeitzeugen, deren Angehörige und Historiker schildern in Interviews diesen Prozess der Demütigung, Entrechtung, Vertreibung und Ermordung von Patienten und Mitarbeitern.

„Der Film „lebt“ bei sparsamer Verwendung von Bilddokumenten durch Zeitzeugen-Gespräche, die ihm eine hohe Authentizität und Unmittelbarkeit verleihen. Diese Gespräche vermitteln anschaulich und emotional be- rührend die Situation für die Betroffenen: seien es die Anmerkungen der heute 103-jährigen Professorin Dr. Ingeborg Rapoport, die 1938 für wenige Monate als Medizinalpraktikantin im Israelitischen Kran- kenhaus tätig war, oder sei es das eingefügte Interview aus den 1990er- Jahren mit der späteren Ärztin Dr. Eva Pfeiffer-Haufrect, die als Krankenschwester den „Alltag“ von 1939 bis 1945 erlebte.“ (Ärzteblatt)

„Es ist erstaunlich, wie viele Zeitzeugen Rudolf Simon und Bertram Rotermund noch gefunden haben. Sie erinnern an die Schicksale von Ärzten, Schwestern und sogar Patienten, von denen immer mehr deportiert wurden und in KZs
landeten.“ (Irene Jung im Abendblatt)

Der Dokumentationsfilm wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg gefördert. Wir freuen uns, dass Bertram Rotermund ihn dem Salon zur Verfügung. Vielen Dank, Bertram!

Das Israelitische Krankenhaus in St. Pauli damals
Das Israelitische Krankenhaus in St. Pauli damals.

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