Vor einigen Wochen wurde „Versammlung der Mikropolitiken“ in der überfüllte Locke überm Pudel vorgestellt. Das Buch war gleich zu Beginn schon ausverkauft. Zurecht: Wenn große Protestbewegungen ausfallen, müssen wir an die konkreten Orte gehen, sie behaupten, ausbauen. Denn dass sich die politische Lage einfach so aufhellt, ist nicht in Sicht.
Am kommenden Mittwoch, den 1. April, stellen wir das Buch erneut vor und diskutieren über aktuelle Mikropolitiken.
Mit dabei: Lisa Zander, Marius Töpfer und Thies Warnke vom Herausgeber: innen-Team sowie Margit Czenki (Park Fiction, Planbude, Port Fiction).
Los geht’s um 20:00. Wohlwillstr. 10, St. Pauli. Wie immer: Eintritt frei, Getränke gegen Spende.
Am 12. März begrüßen wir im LitLab die Autorin Katharina Unteutsch – manchen von euch vielleicht bekannt durch ihre fünf Veröffentlichungen im legendären Hamburger Ziegel. Wer diesen literarischen Backstein kennt, weiß: Dort wird nur veröffentlicht, was sprachlich und erzählerisch herausragt.
Katharina studierte Germanistik und Anglistik in Hamburg und arbeitete an verschiedenen Theatern in den Bereichen Kostüm und Requisite. Es folgten Tätigkeiten als Verlags- und freie Lektorin. Im Rahmen des Projekts „Embassy of Hope“ organisierte Katharina ehrenamtlich Konzerte und Ausstellungen mit Geflüchteten am Thalia Theater.
Das ist Katharina:
Nach einigen Jahren zwischen den Feldern Mittelhessens lebt sie heute wieder in Hamburg und arbeitet als Autorin sowie als Pädagogin mit Schwerpunkt Bildende Kunst und Theater.
Ihre Kurz- und Ultrakurzprosa erscheint regelmäßig in Anthologien und Wettbewerbsbänden. 2023 wurde sie mit dem Hamburger Literaturpreis (Erzählung) ausgezeichnet.
Ins LitLab bringt sie ihr aktuelles Manuskript „Woran wir glauben“ mit – Texte über jene unscheinbaren Augenblicke, in denen sich ganze Biografien verdichten.
Wie immer gilt: Wir LitLab-Laborant*innen begegnen dem Text mit Neugier, Sorgfalt und Wohlwollen, legen Schichten frei, stellen Fragen, entdecken Stärken und erleben gemeinsam Literatur im Entstehen.
Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Getränke gegen Spende. Und bitte: Während der Lesung wird nicht geraucht!
Jetzt Donnerstag, 19.2., nächste Lesung: Lorna Johannsen, Gewinnerin des St. Pauli-Literaturpreises, stellt ihren neuen Roman LE FEU ODER DER AUFBRUCH vor.
Das Buch ist Teil 3 der Telegrafenberg-Krimis, in denen das Wissenschaftsmilieu Ausgangspunkt der Kriminalfälle ist. Hier sind der queere Mathematiker Dr. Luzian Kelle und eine Gruppe sehr verschiedener Menschen verwickelt.
Schwarmintelligenz findet noch immer eine Lösung. Erkenntnisse der Klimafolgenforschung sind ebenso Teil der Krimis wie Aspekte queeren Lebens in Brandenburg und anderswo. Nicht jeder, der auftaucht, ist real, nobody is perfect, kein Grund für Keller, aufzugeben. Hilfe kommt von unerwarteter Seite, auch Killer haben Gefühle
.Im dritten Teil der Reihe arbeitet Luzian Keller zwar immer noch auf dem Telegrafenberg, aber ein Forschungsprojekt führt ihn bis nach Marseille, dort brennen im Umland nicht nur die Pinien. In Potsdam schlugen Keller Flammen des Hasses entgegen, schwul und aktiv zu sein ist inzwischen brandgefährlich. Keller ergreift seine Chance, von der Bildfläche zu verschwinden, raus aus der Gefahrenzone, und gerät an andere Brandherde als er erwartet.
Die Autor:innen:
Lorna Elijahu Johannsen, nonbinär, an der Elbe geboren, seit den neunziger Jahren mit Lebensmittelpunkt in Berlin, mit Spielbein in Wien, Wittstock und Marseille, hat die Drehbuchschreiberei erlernt und schreibt Romane, Krimis, Geschichten für Kinder und Lyrik. Hat auch einen Haufen Filme gemacht, seit 2015 die Reihe „Filme gegen Rechts“. Wenn es L.E. am Schreibtisch zu öde ist, entstehen Collagen, Frottagen, Acrylbilder, Installationen und andere Kunstaktionen.
Jobst Heitzig ist Mathematiker am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und forscht zur langfristigen Entwicklung von Natur und Gesellschaft, zu komplexen dynamischen Systemen, zu Möglichkeiten für kooperatives Handeln, und daran, wie man künstliche Intelligenz sicher machen kann.
Im neuen Jahr begrüßen wir einen Autor, der das Politische kennt, das Philosophische durchdrungen hat – und sich literarisch am liebsten dort aufhält, wo Erinnerung, Sprache und leise Irritation zusammentreffen.
Egbert Scheunemann wurde 1958 in Ostberlin geboren, wuchs am Bodensee auf und landete ab 1978 zum Studium der Politologie und Philosophie in Hamburg. Dr. phil., Dipl. Pol., freier Politikwissenschaftler, Philosoph und Lektor und, wie er selbst sagt, aus einer kleinen Liebelei am Rande: Autor von Kurzgeschichten.
Doch unterschätzen sollte man diese „Liebelei“ nicht.
Denn in seinem Text geht es um nichts Geringeres als um Berlinerisch, um die Frage, was eigentlich ein echter Berliner ist, und um die Suche nach einer Heimatstadt – ohne so genau zu wissen, was Heimat überhaupt sein soll. Es geht um Beobachtungen und Begegnungen, um Rückkehr und Fremdheit, um eine Stadt, die es so nicht mehr gibt, deren Echo aber vielen aus der Boomer- und Gen-X-Generation noch in den Knochen sitzt.
Über all das diskutieren wir, wenn Egbert seine Geschichte:
„Der Busfahrer und die dicke Frau“
bei uns vorstellt.
Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Getränke gegen Spende.
Und bitte: Während der Lesung wird nicht geraucht!
manchmal entstehen die schönsten Dinge aus einer Laune, die eigentlich nur kurz vorbeisausen wollte. Genau so wurde unser St. Pauli Literaturpreis „Das Goldene Fischbrötchen“ geboren: Im Mai luden wir euch ein mitzumachen – und ihr habt´s ernst genommen. Ohne Werbung, nur über Insta & unsere Website flatterten uns so viele wunderbare Texte ins Haus.
Jetzt stehen wir da, mit einem Stapel Geschichten, der nach Hafenluft, Herzblut und wunderbar schiefen Lebensläufen riecht – wir könnten glücklicher nicht sein.
Am 11. Dezember 2025 wird der/die Siegerin des „Goldenen Fischbrötchens“ gekürt.
Es gibt eine Shortlist von vier Autor:innen, die am 11. Dezember ihre Kurzgeschichten vorlesen, bevor es zur Preisverleihung kommt:
Nina Lauterbach – „Klitzekleine Romantik“
Hamburger Deern mit Hang zur großen Geste.
Sie hat sich charmant durch ihr fast-Abi gewurschtelt, um vier Monate vor dem richtigen Abitur von der Schule zu fliegen.
Schauspielausbildung, Fernsehrollen, ein eigenes Theaterstück, eine eigene Talkshow, eine Band, die Interviewreihe DAMENGEDECK – und nun ihre allererste Kurzgeschichte.
Kirsten Rick – „Ein Esel auf St. Pauli“
1969 in Hamburg geboren und im Speckgürtel groß geworden, literarisch verewigt in ihren Romanen „Schlüsselfertig“ und „Tapetenwechsel“.
Seit den frühen 90ern verdient sie ihren Lebensunterhalt mit Schreiben. Als Reisejournalistin überwindet sie ihre innere Wegfahrsperre und landet an den entlegensten Orten, nachzulesen auf dem Blog freundinvonwelt.com.
Sie mag Esel, pflegeleichte Zimmerpflanzen und die Idee, dass man auf den Straßen von St. Pauli alles findet, was man braucht (nur nicht immer zur richtigen Zeit und im gewünschten Zustand).
Lorna Elijahu Johannsen – „Revenant“
Nonbinär, an der Elbe geboren, mit Hauptwohnsitz in Berlin und Spielbein in Wien, Wittstock und Marseille. Lorna schreibt Drehbücher, Romane, Krimis, Kinderbücher, Lyrik – und hat zudem eine beeindruckende Spur an Filmen hinterlassen, unter anderem die seit 2015 laufende Reihe „Filme gegen Rechts“. Wenn die Schreibtischwelt zu grau wird, entstehen Collagen, Frottagen, Acrylbilder, Installationen und andere Kunstaktionen.
Bogdan Atanasoaie – „Biotop St. Pauli“
„Ich schreib Texte. Witzig vielleicht, prätentiös ein bisschen, mit komischen Kommas und zweierlei Anwendung: zum Klarkommen und zum Vorlesen.“ Mehr muss man fast nicht sagen. Bogdan schreibt so, wie man über den Kiez streift, wenn man weiß, wo die guten Ecken sind.
Kommt vorbei. Feiert mit uns. Lernt die Menschen kennen, die diese Texte in die Welt geworfen haben. **Alle Shortlist-Autor:innen sind anwesend.** The Authors are present!
Türen auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr Eintritt frei, Getränke gegen Spende Und wie immer: Während der Lesung bitte nicht rauchen.
Kommt vorbei und erlebt, wer das allererste Goldene Fischbrötchen mit nach Hause nimmt.
Wir freuen uns auf euch, Helmut, Silke und das WOHL ODER ÜBEL
Wann weiß man als Autorin, dass man es geschafft hat? Wenn der eigene Roman in der Bestseller-Liste nicht nur auftaucht, sondern bleibt? Wenn andere, etwa Theater, den erfolgreichen Stoff übernehmen möchten?
Beides zumindest ist unserem nächsten Gast gelungen: Jarka Kubsova.
Doch das nächste Buch ist angeblich immer das schwerste…
Die Journalistin und Autorin liest am
13. November
aus ihrem Manuskript
Vor einem dunklen Walde
im Literaturlabor im Wohl oder Übel. Und Ihr, das Publikum, seid eingeladen, dieses unveröffentlichte Werk zu begutachten.
Worum geht es?
Wie in ihren Vorgängern „Bergland“ und „Marschlande“ um den Kampf von Frauen gegen Unrecht und Vergessen. Und um die sozialen und politischen Hintergründe tragischer Schicksale. Nach einem Südtiroler Tal und dem Flachland im Süden Hamburgs führt uns Kubsova nun in die Wälder Tschechiens.
Ihre Protagonistin Elli Hajek will die Wahrheit erkunden, die sich hinter einer uralten lokalen Legende verbirgt. Dabei stößt sie u. A. auf die Nationalikone Božena Němcová, die im 19. Jahrhundert frevelhafterweise auf tschechisch schrieb – etwa das Märchen, das wir heute als „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ kennen.
Doch die Geschichte der Frau, die heute die 500-Kronen-Banknote ziert und sich bemühte, die eingrenzenden Konventionen ihres Jahrhunderts zu sprengen, führt Elli Hajek noch viel weiter zurück …
Zuhören also. Neues entdecken. Diskutieren. Und feiern.
Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr. Freier Eintritt, Getränke gegen Spende. Und bitte: Während der Lesung wird nicht geraucht!
Es mag sich auftrumpfend anhören, aber was sollen wir machen? Wir starten im LitLab halt mit viel Sex und Sozialkritik aus der Sommerpause.
Der Autor Gabriel Gerling liest am 11. September aus seinem Manuskript
Was bisher geschah
im LitLab im WOHL ODER ÜBEL. Und Ihr, das Publikum, seid eingeladen, dieses unveröffentlichte Werk zu untersuchen.
Der Titel „Was bisher geschah“ ist dabei absolut berechtigt. Denn Gabriel ist Mitglied im Club der dicken Bücher: Drei Bände hat er bereits über das Sextett um Julien geschrieben, einen Glückritter und preisgekrönten Gestalter, dem sich die Tore zur besseren Gesellschaft Hamburgs zu öffnen scheinen …
Um die 1.800 prallen Seiten umfasst die Trilogie aus „Julien Lemaire“, „So oder so – alles muss sich ändern“ und „Eine bessere Welt ist möglich“. Erzählt wird von sechs Menschen, aus sechs Perspektiven, mit sechs Stimmen, dialog- und temporeich. Und mit allem, was man so braucht: Drama und dokumentarische Härte, Phantasie und Pedanterie, Humor und himmelschreiende Ungerechtigkeit, Kitsch und Klamauk sowie, natürlich, Lust in all ihren Spielarten.
Zuhören. Neues entdecken. Diskutieren. Und feiern – so soll es sein am 11. September im WOHL ODER ÜBEL, Wohlwillstraße 10, St. Pauli.
Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn so gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Getränke gegen Spende.
Im Juni wird uns eine Autorin besuchen, die nicht nur Romane schreibt, sondern auch Comics und Graphic Novels ins Deutsche übersetzt.
Denn Christiane Bartelsen startete ihr Leben in Hamburg, aber schon mit zehn Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Frankreich und siedelte nach Beendigung der Schule erst nach Südengland und dann in die USA über.
In der Kinderhausszene Hamburgs sozialisiert, interessiert sich Christiane konsequent für linke Bewegungen. So übersetzte sie unter anderem die Graphic Novel „Beate und Serge Klarsfeld“ aus dem Französischen ins Deutsche.
Und so viel möchten wir an dieser Stelle verraten: Christiane arbeitete 2000 zwanzig Jahre lang in der Lizenzabteilung des Carlsen Verlags. Na… Klingelt da etwas? Das Jahr 2000… Carlsen Verlag? Harry Potter! Christiane Bartelsen managte als Jugendspund das ganze Bohei um diesen Zauberlehrling mit Nachnamen Potter, oder auf Deutsch: Töpfer. Damit kommen wir zu Christianes eigenem, aktuellen Buchprojekt: „Die Gans auf der Töpferscheibe“, das sie in unserem Literaturlabor vorstellen wird.
Darum geht´s:
Kinderladen, Kommunistenküche und katholisches Internat – Was soll da aus einem werden? Am besten normal. Bis Luise ausrastet.
Statt einer bösen Stiefmutter begegnet uns ein schwacher Stiefvater: Claude, Töpfer und Choleriker. Als er stirbt macht sich die mittlerweile erwachsene Stieftochter Luise auf in die Normandie, um ihre trauernde Mutter Té zu unterstützen. Luise will sich der gemeinsamen, komplizierten Vergangenheit stellen, Té alle Erinnerungen mit einem Weichzeichner verklären. Ein Familienroman, oder Dramedy und das alles in einem Erinnerungskaleidoskop aus linken WGs, Demos und einer katholischen Schule. Das klingt nach einer wahren Gefühls-Achterbahn.
Seid dabei, am 12. Juni 2025.
Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Getränke gegen Spende. Während der Lesung wird nicht geraucht! Wir lassen nach der Lesung einen Hut für die Autorin rumgehen.
Unsere Autorin Julia Gäbel lebt in Hamburg und verdient ihre Miete am liebsten als Schriftstellerin, Texterin, Lektorin und Journalistin. Ihr Debutroman „Pitty Blues“ war so überzeugend, dass er 2010 Finalist für den Buchpreis Hirzen wurde.
In unserem Labor wird Julia ihr Manuskript
„GIMO“
vorstellen. Darum geht´s: In der Hafenstadt Harbour Falls landen Träume und stranden Hoffnungen. Sie alle zerschellen an der Realität, in der die Skrupellosen gewinnen. Gimo und seine Freunde stehen auf der anderen Seite, suchen ihr Glück und finden stattdessen das Mündel des dicksten Fisches der Stadt.
Im LitLab nimmt Julia Gäbel uns mit auf die Flucht dieses ungleichen Haufens durch die Eingeweide der Stadt, die nie eine sein sollte, auf einen Drink in die Bar des alten Lennarts in der Karkasse eines Walfängers, der nie seine Jungfernfahrt erlebte – immer auf der Suche nach dem sagenumwobenen Schiff mit der Ladung, die Erfolg bedeutet, aber mit dem größten Schatz an ihrer Seite, ohne ihn zu erkennen.
Donnerstag 15. Mai 2025 WOHL ODER ÜBEL
Tür auf ab 20:00, los geht’s ca. 20:30. Während der Lesung bitte nicht rauchen. Getränke gegen Spende. Wir lassen nach der Lesung einen Hut für die Autorin rumgehen.