WOHL ODER ÜBEL ist… Stadtteilwohnzimmer, Salon, Art Store

Wir freuen uns auf Euch, bei Ausstellungen, beim LitLab und anderen Lesungen, bei politischen Diskussionen, bei Filmabenden… Das Programm findet ihr hier.

Wenn Ihr selbst etwas im Stadtteilwohnzimmer machen wollt oder einen Ort als ruhigen, mietfreien Treffpunkt braucht, funkt uns unter propagandhi@wohloderuebel.net an.

Streitklub – 22.5.2024

Der Aktienmarkt to go auf dem Smartphone ist längst Alltag geworden.
Jede:r kann an den Gewinnversprechen des Kapitals teilhaben.

Was halten wir davon?

Kommt vorbei und diskutiert mit uns!!! Ab 19:00. Der Streitclub wird organisiert von der Gruppe WGwarzuklein S.V.

LitLab #21: Alice Beyer liest

Wir dachten schon, dass wir ein buntes Leben führen würden, aber wenn man den Lebenslauf von Alice Beyer liest, dann sind wir doch wahre Waisenkinder. So viel sei erstmal nur verraten: Alice wuchs in den 80er Jahren zwischen Irland und Bayern auf (der Hintergrund dieser Geschichte sollte unbedingt in Buchform veröffentlicht werden) und hat so ziemlich jeden Job, von der Putzfrau im Discounter oder als Uhrenreparateurin bis hin zur Mediatorin, in ihrem Leben ausprobiert. Nur um in Hamburg schon seit über zwanzig Jahren zu ankern, Kulturhäuser zu retten und jeden Diary Slam zu gewinnen, an dem sie teilnimmt. Kein Wunder! Denn schon im zarten Alter von 16 Jahren, wurde ein Gedicht aus Alice’s Feder veröffentlicht.

Es ist uns eine große Ehre, dass Alice Beyer am 23.Mai aus ihrem Roman-Projekt: „KEVIN“ im LitLab vorliest. Alices Wunsch nach einer Romanveröffentlichung im Jahr 2024 wollen wir mit eurer Hilfe nachkommen und die Wirkung des Textes, in gewohnter Labor-Manier, reflektieren.

„KEVIN“ – darum geht´s:

Mit 23 Jahren hängt Kevin immer noch im Anfänger Level des Game of Life fest. Immer wieder begegnen ihm dort die selben Endgegner: Das prekäre Viertel an sich, seine Mutter oder das Jobcenter.

Beim Jobcenter trifft er die neue Case-Managerin. Eine ältere Frau mit unerfülltem Hundewunsch und Helfersyndrom. Sie unterbreitet Kevin ein Jobangebot, das alles in seinem Leben und vor allem seine Identität verändern wird.

Tür auf um 20:00.
Getränke gegen Spende.

Vernissage: „Ungefähre Landschaften“ von Tanja Roschat – 17.5.2024

„Ungefähre Landschaften“ sind innere Landschaften, die sich als Spiegelung der aus dem äußeren Umfeld gewonnenen Eindrücken verstehen, aber auch grundsätzlich reale Landschaften als malerischen Ausgangspunkt aufgreifen. Aus der Auseinandersetzung mit politischen und sozialen Kontexten heraus und ebenso durch persönliche Begegnungen, Literatur und Musik beeinflusst entstehen die Bilder auf intuitive Weise, die die eigenen Emotionen möglichst unmittelbar wiederspiegeln möchten.

Tanja Roschat, Jahrgang 1975, hat ihren künstlerischen Werdegang an der Freien Kunstschule Kiel begonnen, bevor sie einige Jahre Kunst und visuelle Medien, Germanistik und Bildungswissenschaften studierte. Seitdem lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin zwischen Hamburg und Kiel. Musik, Literatur und Natur spielen für sie seit jeher eine große Rolle und finden in ihren Arbeiten Ausdruck.

Frank Berzbach, Jahrgang 1971, unterrichtet Literatur und Philosophie an der Technischen Hochschule Köln. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner durfte er einfach noch studieren, was ihm gefiel. Über Wasser hielt er sich als Bildungsforscher, Wissenschaftsjournalist, DJ, Fahrradkurier und Buchhändler. Er hat eine Vorliebe für Schreigeräte, Schallplatten und Bücher, Tätowierungen und Klöster. Er lebt in Köln und auf St. Pauli. Letzten Herbst erschien sein zwölftes Buch: „Die Kunst zu glauben. Eine Mystik des Alltags“ im bene!-Verlag.

Tür auf um 20:00 (nicht eher!).
Wohlwillstr. 10, St. Pauli.

Vernissage: „On the Road“ von Jens Kramer – 11.05.2024

Der Kieler Photograph und Filmemacher Jens Kramer liebt es, mit der Kamera Menschen und Orte festzuhalten, und lädt im Artstore dazu ein mit ihm auf die Reise zu gehen. Vom London der 80er Jahre bis ins digitale Jetzt präsentiert er seine Photograhien überwiegend monochrom. Seine aktuelle Kurz-Doku „What´s German?“ erhielt im internationalen Ausland bisher 8 Awards und hatte am 13.04. Deutschlandpremiere auf dem Filmfest SH gefeiert. Mehr zu Jens Kramer unter www.jens-kramer.de.

Zur Vernissage am Samstag, den 11. Mai um 20:00 liest:
Alexander Posch, Autor und Literaturveranstalter.
Posch schreibt überwiegend skurrile Kurzgeschichten. Regelmäßig arbeitet er als Schreibcoach mit migrantischen SchülerInnen. Seit 25 Jahren ist er in der Hamburger Literaturszene aktiv. Am erfolgreichsten war er mit dem deutschlandweit bekannten MACHTclub im Deutschen Schauspielhaus. 2022 war Posch 1/7 des AutorInnen-Soap-Projekts ‚Zum Wilden Igel‘ im
Nachtasyl, Thalia-Theater Hamburg. Mit drei anderen AutorInnen ist er Mitbegründer der Lesebühne ‚Zinnober‘ in der Zinnschmelze in Hamburg-Barmbek.

Tür auf um 20:00. Getränke wie immer gegen Spende.

Fotoausstellung „Reise zurück nach Kythera“ – 28.4.-7.5.2024

Am Sonntag 28. April um 15:00 gibt es die Vernissage der Fotoausstellung „Reise zurück nach Kythera“, zusammengestellt von Marily Stroux.

Einige der Überlebenden, die ihre Liebsten am Meer von Kythera verloren haben, leben mittlerweile in Hamburg und sind im Sommer 2023 zurück zum Ort des Geschehens gegangen, um sich bei ihren Rettern vor Ort zu bedanken und ihren Toten und Vermissten zu gedenken. Mehr als 100 Menschen sind gekommen, um zusammen mit den Überlebenden an diese Nacht und an die Toten zu erinnern.

Zamir, der seine Mutter Parigul, seine Schwester Khatera und seinen Bruder Mohammad Yusuf verloren hat, stand mit dem Rücken zum Meer, das deren Grab wurde und sagte: „Ich habe hier meine ganze Familie verloren, in diesem Meer, aber ihr habt mich gerettet. Ich wollte danke sagen und sagen, wenn ich hier weggehe, lass ich euch meine Familie hier, bitte passt auf sie auf!“

Die Fotoausstellung ist eine Dokumentation dieser Reise und bringt uns näher an die tägliche Realität von flüchtenden Menschen und ihren oft tödlich endenden Versuchen, nach Europa zu gelangen, in der Hoffnung hier Frieden zu finden.

Die Ausstellung wird organisiert von der Gemeinde der Griech:innen in Hamburg und Umgebung und läuft bis zum 5. Mai.

LitLab #20: Kim Naemi Birtel liest

Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört. Sagte Salvador Dalí, der vor Gram darüber gestorben ist. Fasst man sich aber mal selbst an die Nase, trifft das auch ein wenig auf das LitLab zu. Da haben Menschen gelesen, die waren deutlich älter als dreißig Jahre. Und – Gott, eigentlich unvorstellbar – noch älter. Das muss aufhören!

Deshalb haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut, KIM NAEMI BIRTEL zu umgarnen. Hat sogar geklappt. KIM NAEMI BIRTEL, Jahrgang 2003, liest am Donnerstag, 11. April aus

LIEBE JULES.

Kim Naemi Birtel studiert Psychologie in Groningen, ist begeisterte Surferin, klettert gern und probiert verschiedene literarische Formen aus. Auf Instagram etwa veröffentlicht sie Gedichte. Und kürzlich wurde eine ihrer Kurzgeschichten von der Thomas-Mann-Gesellschaft zu den zehn besten des vergangenen Jahres gekürt.

Im LitLab stellt sie sich nun dem Publikum mit einem Briefroman. Geschrieben hat diese Briefe Elena, eine junge Frau, die in einem Café arbeitet. In dieses Café stolpert bei einem Regenguss Jules, rothaarig und still. Elena richtet sich in ihren Briefen – die anfangs Liebesbriefe sind, allerdings auch zurückblicken – ausschließlich an Jules. Bisher blieben sie ohne Antwort.

Übrigens: Briefromane sind deutlich älter als alle, die je im LitLab gelesen haben. Seit fast tausend Jahren erfreut sich diese Form – Brief als generischer Begriff: Mail, SMS, Insta-Posts sind großzügig mitgemeint – großer Beliebtheit. Die Gründe liegen auf der Hand: Effektvoller und intimer als in einem normalen Roman wird Realität inszeniert, die Lesenden sind ganz dicht dran. Auf Stilregeln und Genre-Gesetze kann man auch pfeifen. Dafür darf sich mit jedem Brief alles ändern…

Zuhören also. Neues entdecken. Diskutieren. Feiern.

Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Getränke gegen Spende.

Und bitte: Während der Lesung wird nicht geraucht!

Salon de Confluencia #10 – 4.4.2024

Der Salon de Confluencia widmet sich dieses Mal der Prostitution.

Prostitution polarisiert.

Wie unter einem Brennglas findet dort alles statt, was wir bekämpfen: Ausbeutung, Zwang, Ausnutzung wirtschaftlicher Not, Missbrauch Minderjähriger, Rassismus, Gewalt, toxische Männlichkeit. Ein schulterzuckendes „ach, das wird´s immer geben, da kann man nichts machen“ verbietet sich.

Aber es gibt wenig Konzepte, und die sind umstritten. Ehrlich: Ratlosigkeit ist keine Option!

Ganz aktuell wurde nun im Bundestag über das „Nordische Modell“ debattiert. Wir wollen an diesem Abend die Kontroversen, auch in den außerparlamentarischen Bewegungen aufblättern, uns ein Bild machen. 

Donnerstag, 4. April 2024. Tür auf um 20:00.

Was bedeutet Confluencia? Der Begriff stammt aus dem spanischen Munizipalismus und bedeutet „Zusammenfluss“. In der Confluencia schlossen sich 2014 in vielen spanischen Städten linke Gruppen, Bewegungen und Kleinparteien zusammen. Vielerorts mit Erfolg, als 2015 etliche Rathäuser gewonnen werden konnten. Auch wenn dieser Erfolg nicht überall von Dauer war, erscheint uns eine Confluencia jetzt wieder dringend geboten.

Finissage: Julia Waldmann – 30.3.2024

Die Jugend hat immer recht? Die Hamburger Künstlerin Julia Waldmann hätte dazu etwas zu sagen.

„Die Eltern hatten sie von Beginn an in dem Glauben an ihre Einzigartigkeit bestärkt. Früher als andere Kleinkinder lernte sie, von sich in der ersten Person zu sprechen. Es gab das Ich und die anderen. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie damit sich auszumalen, was die Zukunft ihr bringen, welch‘ aufregendes und außergewöhnliches Leben sie später einmal führen würde.“ Ach ja.

Finissage: Samstag, 30. März, 18:00.

Getränke wie immer gegen Spende. Und Beginn der Vernissage ist tatsächlich 20:00, nicht eher.

Konzert: Robert Rotifer – 23.3.2024

Robert Rotifer, Jahrgang 1969, wuchs in Wien auf, verbrachte dort die mittleren Achtziger bis Neunziger in diversen Bands und Plattenläden, wurde zwischendurch Musikjournalist und Radiomensch, zog 1997 nach London und machte dort genauso weiter.

Seit 2004 wohnt er in Canterbury und pendelt bei Bedarf in die Pop-Hauptstadt. In seinem Büro/Studio/Sauhaufen entstehen Artikel, Sendungen, Radiobeiträge, aber auch jede Menge Songs.

Nebst seinen Kollaborationen mit anderen Künstlern (John Howard & The Night Mail, Papernut Cambridge, Darren Hayman/Hefner etc.) hat Rotifer seit 2001 11 Alben veröffentlicht.

Sein neuestes „Holding Hands in Petropolis“ ist ein Songzyklus aus der Perspektive eines alles andere als selbstzufriedenen 53-jährigen, der sich vorwirft, nicht genug getan zu haben, um die in seiner Lebenszeit ausgelösten politischen und ökologischen Katastrophen abzuwenden.


Robert Rotifer ist: ein großartiger österreichisch-britischer Künstler!

Wenn er seine Lieder singt, liegt darin, so der Rolling Stone-Journalist Maik Brüggemeyer, „…eine Hoffnung. Für uns alle.“

Samstag, 23. März 2024. Tür auf 20:00, Beginn ca. 20:30.
Eintritt frei, wir lassen einen Hut rumgehen.
Getränke wie immer gegen Spende.

Streitclub – 20.3.2024

Sexualität auszuleben gestaltet sich nicht für alle Menschen gleich leicht. Insbesondere Menschen mit Behinderungen haben praktisch oftmals nicht die Möglichkeit ihr Bedürfnis nach Intimität und Sexualität verwirklichen zu können.

Gleichzeitig ist die Dienstleistung der Sexualassistenz aus den in der Regel begrenzten finanziellen Mitteln von Sozialleistungen für die wenigsten Menschen stemmbar. Welchen Umgang wollen wir gesellschaftlich damit pflegen?

Kommt vorbei und diskutiert mit uns!!! Der Streitclub wird organisiert von der Gruppe WGwarzuklein S.V.