Neue Entwicklung zur Gewerbeschule

gewerbeschule_G7_feb-2018 beschriftet

Wir haben am Wochenende per Zufall erfahren, dass die Schulbau – das ist der Landesbetrieb, der Hamburgs Schulen verwaltet – die Gewerbeschule in der Wohlwillstraße offenbar erst einmal weiternutzen will.

Die Gewerbeschule Werft & Hafen wird 2019 definitiv ausziehen. Aber im Anschluss soll bis 2023 das Struensee-Gymnasium in Altona in dem Gebäude ein Ausweichquartier finden. Bis dahin soll in der Struensee-Straße der Neubau für das Gymnasium fertig sein, das ab 2021 auch die französische Schule in Hamburg wird.

Diese Entwicklung kommt nun etwas überraschend. Auf mehrfache Nachfrage in den letzten zwölf Monaten hatte es seitens der Schulbau keine Hinweise darauf gegeben, dass sie Weiternutzungspläne für das Gewerbeschulgebäude hat. Den Eltern der Struensee-Schule wiederum war gesagt worden, dass der Neubau des Gymnasiums parallel zum Schulbetrieb in Altona erfolgen sollte. Und nun plötzlich eine Kehrtwende.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, dass das Gewerbeschulgebäude als Schule weitergenutzt wird. Seit 1870 befindet sich an Wohlwillstraße und Paulinenplatz eine Schule. Nicht wenige im Stadtteil fanden es unglücklich, dass die Gewerbeschule ausziehen soll, weil damit ein weiteres Stück Geschichte von St. Pauli verschwindet.

Noch ist die Sache nicht amtlich. Die Initiative Wohl oder Übel hat in den vergangenen Monaten etliche Gespräche mit Experten, potenziellen Trägern und Nutzern sowie der Politik geführt. Dort ist das Konzept für ein „Wohlville Hamburg“ auf große Zustimmung gestoßen.

Der letzte Stand des Konzepts ist zusammengefasst folgender:

Der Gebäudeteil am Paulinenplatz und der Gebäudeteil oben in der Wohlwillstraße sollen zu Wohnungen umgebaut werden. Inklusive dem Einbau zweier Aufzüge werden die Baukosten bei 5,4 bis 6 Millionen Euro liegen. Der Dachboden im Gebäudeteil in der Wohlwillstraße soll zu einer weiteren Etage ausgebaut werden.

Der Mittelteil soll ausschließlich öffentliche Nutzungen beherbergen. Das hätte den Vorteil, dass dieser Gebäudeteil nicht groß umgebaut und sofort von den künftigen Nutzer*innen bezogen werden könnte.

oeffentliche_nutzungen

Die Turnhalle steht seit kurzem unter Denkmalschutz und soll weiter betrieben werden. Für die Schulcafeteria gibt es die Idee, sie als “Dorfgemeinschaftshaus” und öffentliche Stadtteilkantine weiterzubetreiben.

gewerbeschule_G7_cafeteria_feb-2018

Sowohl die Initiative als auch der Bezirk bevorzugen eine Lösung im Erbbaurecht. Das bedeutet, dass der Stadt weiterhin das Grundstück gehören würde und das Gebäude einer zu gründenden Genossenschaft oder gemeinnützigen GmbH. Die würden dann pro Jahr 2,1 Prozent des Verkehrswerts des Grundstücks (samt Restwert des Gebäudes) an die Stadt zahlen.

Welchen Verkehrswert die Stadt zugrunde legt, und ob als Dach für das Gesamtgebäude eine Genossenschaft, eine gemeinnützige GmbH oder auch eine Eigentümergemeinschaft (der Träger) am besten ist, soll eigentlich in Kürze geprüft werden. Für die verschiedenen Teilflächen des Wohnraums hat Wohl oder Übel in den letzten Monaten mit verschiedenen Trägern gesprochen, die allesamt Interesse an dem Konzept haben.

Ob es nun 2019 starten kann oder aufgeschoben werden muss, wissen wir im Moment leider nicht.

Wir werden im April eine Nachbarschaftsversammlung einberufen, um euch dort über die neue Entwicklung und alle wichtigen Details zu informieren.

Ergebnisse aus dem HCU-Projekt mit jungen Refugees

Collage des Photovoice-Projekts mit jungen Refugees
Collage des Photovoice-Projekts mit jungen Refugees

Studierende der HCU haben im Sommer ein Projekt mit jungen Refugees gemacht, in dem es um die Notwendigkeit und Gestaltung von Gemeinschaftsräumen im Wohlville Hamburg ging. Wichtiger Bestandteil der Forschung war eine relativ neue, bisher selten angewandte Methode: das Photovoice-Verfahren. Die Refugees bekamen Einweg-Kameras, um Eindrück aus ihrem Alltag in Hamburg festzuhalten. Orte, die ihnen gefallen, Orte, die ihnen seltsam vorkommen. In Interviews wurden diese Bilder dann besprochen. Die Projektdokumentation könnt ihr als PDF herunterladen.

Die Handlungsempfehlung der Studierenden für die Planung von WOHL ODER ÜBEL ist folgende:

Ergebnisse aus dem HCU-Projekt mit jungen Refugees weiterlesen

Programm der kommenden Salons

Jun
14
Do
Salon Juni 2018 Ausstellung: ALESH ONE @ Art Store St. Pauli
Jun 14 um 20:00 – Jun 29 um 20:00

29342482_10155048578377245_2173953084768649216_nALESH ONE stellt bei uns aus! Bilder, deren Motive in den Straßen der Stadt heraufziehen. Einer Stadt, die gegen jede Zähmung zu verteidigen ist.

Alesh sagt: ART IS LOVE. LOVE IS POWER.
Vernissage DO 14.6.2018 ab 20:00. Ausstellung läuft bis 29.6. Täglich geöffnet von 14:00 bis 20:00.

Das neue Stadtteilwohnzimmer! Jetzt mit monatlichem Salon

Es gibt gute Neuigkeiten zu vermelden: Im Art Store St. Pauli wird bis mindestens September 2018 durchgehend ein Stadtteilwohnzimmer etabliert. Es steht vor allem für Gruppen aus St. Pauli, die einen Treffpunkt brauchen, und verschiedene Projekte zur Verfügung. Außerdem gibt es den WOHL ODER ÜBEL Salon nun an jedem dritten Wochenende im Monat.

WoÜ-salon_tag13_8

Der monatliche Salon startet am Donnerstag, 19.10.:
– um 20:30 mit einer Türsteher-Lesung von Viktor Hacker; für alle, die ihn im Mai verpasst haben; www.viktorhacker.de/
– um 21:30 mit dem Film “Der Schmuck der Straße” (2010, 74 Min.), einer Dokumentation über Transsexuelle aus Lateinamerika auf St. Pauli, von Rosa Baches und Dirk Manthey; Rosa Baches wird dabei sein! https://vi
meo.com/ondemand/schmuckderstrasse

Am Freitag, 20.10, gibt es:
– um 20:30 die Arte-Reportage “Re: Ocupa Barcelona. Der Kampf um Wohnraum” (2017, 28 Min.)
– um 21:15 das Tango Duo Lírico, mit Ayleén Bárbara Gerull und Jorge Cidades; www.ayleengerull.com/
– danach DJane Carla Riveros Eißmann!

Am Samstag, 21.10, gibt es:
– um 21:00 Kurzfilm Günter Gaus im Gespräch mit Rudi Dutschke (1967)
– um 22:00 Lesung “Alles aus null. Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit” von Niels Boeing; http://allesaufnull.net/index_AAN.html
– um 23:00 DJ Christian Diefenbach
– um 2:00 Nachtfilm “Punishment Park” von Peter Watkins (1971)

Wenn Ihr etwas im Stadtteilwohnzimmer machen wollt, sagt Bescheid. Entweder direkt beim wöchentlichen Treffen mittwochs ab 19:30 oder per Email an info@wohloderuebel.net.

Das Umbaukonzept für die Gewerbeschule reift

Super Sache: Das Planerkollektiv aus Altona hat, wie schon auf der letzten Nachbarschaftsversammlung vorgestellt, für uns einen ersten Entwurf ausgearbeitet, wieviel Wohnraum in der Gewerbeschule geschaffen werden könnte!

Die Architekten kennen sich mit dem Thema besonders gut aus: Sie haben bereits das Schulgebäude in der Chemnitzstraße in Altona für Wohnraum neugeplant. Hier ist ein Überblick, welche Arten von Wohnungen (mit wieviel Bewohner*innen) in dem Gebäude Platz finden könnten:

170324_WohloderÜbel

Wer das Konzept genauer begutachten möchte, kann es sich im Stadtteilwohnzimmer im Art Store St. Pauli anschauen. Wichtig: Dieses Konzept kann sich noch ändern.

Die Arbeitsgruppen von WOHL ODER ÜBEL haben sich außerdem kürzlich zum Workshop getroffen, um die öffentlichen Flächen im Mittelteil des Gebäudes konkret aufzuteilen. So sieht das für die verschiedenen Etagen aus:

Untergeschoss

wohlwillstraße_46_verwaltungsgebäude_70106801_ug01_20121027_nutzungen

Erdgeschoss

wohlwillstraße_46_verwaltungsgebäude_70106801_eg00_20121027_nutzungen

1. Obergeschoss

wohlwillstraße_46_verwaltungsgebäude_70106801_og01_20121027_nutzungen

Außerdem soll es im Hauptgebäude an der Ecke Paulinenplatz/Wohlwillstraße im Untergeschoss eine öffentliche Nutzung geben:

wohlwillstraße_46_klassengebäude_70106804_ug01_20121027_nutzungen

Was steht als nächstes an? Rechnen, rechnen, rechnen. Wir haben uns bereits bei ähnlichen Projekten wie Ex-Rotaprint in Berlin über ein Erbbau-Modell und die damit verbundenen Finanzierungskosten informiert sowie mit verschiedenen Stiftungen über mögliche Förderungen gesprochen. Jeder Hinweis, jeder Tipp ist aber willkommen: entweder direkt im Stadtteilwohnzimmer mittwochs ab 19:30 oder per Email an info@wohloderuebel.net.

Neuer Salon, neue Versammlung, neue Pläne

woü_wohnzimmer_wohlville-grundrisse_640px

Gute Nachrichten: Es gibt erste Test-Grundrisse, wie man die Etagen mit Klassenzimmern und Lagerräumen in Wohnungen umwandeln könnte. Im Bild einige von WOHL ODER ÜBEL, die sich im Stadtteilwohnzimmer über die Pläne beugen.

Details u.a. dazu wird es auf der nächsten Nachbarschaftsversammlung am 11. Mai in der Cafeteria der Gewerbeschule geben. Merkt euch den Termin schon mal vor.

Außerdem im Mai: der nächste WOHL ODER ÜBEL Salon. Vom 4.5. bis 6.5 gibt es wieder ein interessantes Programm im Art Store St. Pauli, Wohlwillstr. 10. Das Programm folgt in Kürze.