LET’S BEUYS 2019 for the refugees in Lesbos

Am 9. Februar 2019 hat das Publikum eine famose Ausstellung mitgebracht. Die Werke werden am Donnerstag, 14.2., im WOHL ODER ÜBEL Salon (Wohlwillstr. 10) versteigert (alle weiter unten in der Galerie zu sehen). In die Versteigerung gehen auch Bretter von Let’s Beuys 2001 und 2008. Wer sein Brett noch nicht vorbeibringen konnte, möge es unbedingt am Donnerstag oder Freitag hinzufügen!

Bis Donnerstag 21:30 gibt es noch die Möglichkeit, ein Werk für 50 Euro sofort zu kaufen und vor der Versteigerung zu retten. Werke mit einem schwarzen Punkt sind bereits weg. Die Versteigerung beginnt dann bei jedem Brett bei 20 Euro und geht in 5-Euro-Schritten nach oben. Am Freitag 15.2. dann ab 20:00.

Der Erlös geht in „The Hope Project Arts“ auf Lesbos, wo im Lager Moria 6000 Menschen zum Warten und einem unwürdigen Leben verdammt sind. Wir wissen, dass der Erlös das nicht ändern wird. Aber WOHL ODER ÜBEL möchte zumindest ein Zeichen setzen, dass den Leuten hier dieser Skandal nicht egal ist, dass der Stadtteil St. Pauli solidarisch mit den Menschen auf Lesbos ist: den Refugees und Inselbewohner*innen, die diesen seit Jahren im Alltag helfen.

Deshalb: Kommt Donnerstag oder Freitag vorbei, sagt Freund*innen und Bekannten Bescheid! Der Salon öffnet um 20:00.

WOHL ODER ÜBEL 2019 – da geht noch mehr!

2018 war ein unruhiges Jahr, auch für uns: Erst platzte im März unser Wohlville-Konzept wegen der Verlegung des Struensee-Gymnasiums ab Schuljahr 2019/20, dann starb im Juni unser Freund, Mitstreiter und Art-Store-Gründer Karl. Im Sommer gingen immer wieder Zigtausende gegen den rechten Irrsinn, für eine Seebrücke und für eine solidarische Stadt Hamburg auf die Straßen. Nicht wenige St. Paulianer*innen waren regelmäßig dabei.

Aber es geht weiter. Die erste gute Nachricht: Der Mietvertrag für den Art Store ist bis 2028 verlängert worden!

WOHL ODER ÜBEL wird sich nun auf Stadtteilwohnzimmer im Art Store konzentrieren. Verschiedene Gruppen treffen sich dort, unter anderem „St. Pauli bleibt laut“, die sich für die Erhaltung des im November stillgelegten Otzenbunkers und mehr Proberäume nicht nur auf St. Pauli einsetzt. Jedes dritte Wochenende im Monat gibt es weiterhin den WOHL ODER ÜBEL Salon mit Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsabenden zu aktuellen Themen. Einen kleinen Rückblick auf den Salon 2018 findet ihr hier.

Auch wenn durch den Umzug des Struensee-Gymnasiums das Gebäude der Gewerbeschule erhalten bleibt (kein Abriss, kein Neubau, erst recht kein neues Hotel), ist in St. Pauli Mitte nicht alles in trockenen Tüchern:

  • Die Mieten bei Neuvermietungen steigen weiterhin, einer der größten Preistreiber ist die Akelius AG, die zum Beispiel in der Wohlwillstraße 19,31 Euro pro Quadratmeter(!!!) nimmt.
  • Zahlreiche Wohnungen werden auf Airbnb angeboten.
  • Tourismus und Eventisierung sind ungebremst, und dass der Schlagermove verlegt wird, ist für 2019 nicht zu erwarten.
  • Die Schilleroper verfällt weiter.
  • Die Zukunft des Gewerbehofs Bernstorffstraße 117 ist ungewiss, nachdem der Eigentümer auf das Kaufgebot der Ini Viva La Bernie nicht reagiert hat.

Wir wollen, auch deshalb, in diesem Jahr das Stadtteilwohnzimmer zu einem Anlaufpunkt für alle ausbauen. Es gibt Pläne, dort Food Sharing anzubieten. Für Gruppen, die einen nicht-kommerziellen Treffpunkt brauchen, haben wir noch genug freien Platz, meldet euch gerne bei uns. Und vielleicht kommen wir auch dahin, dass wir im Stadtteilwohnzimmer demnächst über die alltäglichen Sorgen und Nöte der Nachbarschaft reden und, wo nötig, Hilfe organisieren können. Denn auch das ist ein Ziel des Stadtteilwohnzimmers: dass die Nachbar*innen dort zusammenkommen, weil man gemeinsam mehr bewirken kann als alleine.

Was im Stadtteilwohnzimmer läuft, könnt ihr im Kalender sehen. WOHL ODER ÜBEL trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19:30 dort, und jede*r kann vorbeikommen.

Noch ein Terminhinweis: Am 10. Februar um 15:00 findet im Ballsaal der Haupttribüne im Millerntorstadion die nächste Stadtteilversammlung St. Pauli selber machen statt. Dort wird es auch um die oben angesprochenen Themen und Probleme gehen (Mieten, Eventisierung, Bernie, Schilleroper, Airbnb…). Kommt vorbei!

Das war der WOHL ODER ÜBEL Salon 2018

Elf bewegte Wochenenden mit Lesungen, Debatten, Filmen und Konzerten. Falls ihr noch Bilder von 2018 habt, die in diesem Album nicht fehlen dürfen, schickt sie uns an propagandhi@wohloderuebel.net.

Retrospektive Karlo Kanibalo und Nachruf auf Karl Hilse

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Bild von Karlo Kanibalo in Dahab.

Karlo Kanibalo a.k.a. Karl Hilse, Gründer des Art Store St. Pauli und Aktivist der ersten Stunde bei WOHL ODER ÜBEL, ist am 12. Juni 2018 gestorben.

Vom 7. September bis 4. Oktober 2018 sind seine Bilder in der Retrospektive Karlo Kanibalo zu sehen und auch zu kaufen. Wer werktags tagsüber reinschauen möchte, möge sich im Suicycle Store nebenan melden (bis ca. 19:00) oder an propagandhi@wohloderuebel.net mailen.

Nachruf auf Karl Hilse Retrospektive Karlo Kanibalo und Nachruf auf Karl Hilse weiterlesen

Neue Entwicklung zur Gewerbeschule

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Wir haben am Wochenende per Zufall erfahren, dass die Schulbau – das ist der Landesbetrieb, der Hamburgs Schulen verwaltet – die Gewerbeschule in der Wohlwillstraße offenbar erst einmal weiternutzen will.

Die Gewerbeschule Werft & Hafen wird 2019 definitiv ausziehen. Aber im Anschluss soll bis 2023 das Struensee-Gymnasium in Altona in dem Gebäude ein Ausweichquartier finden. Bis dahin soll in der Struensee-Straße der Neubau für das Gymnasium fertig sein, das ab 2021 auch die französische Schule in Hamburg wird.

Diese Entwicklung kommt nun etwas überraschend. Auf mehrfache Nachfrage in den letzten zwölf Monaten hatte es seitens der Schulbau keine Hinweise darauf gegeben, dass sie Weiternutzungspläne für das Gewerbeschulgebäude hat. Den Eltern der Struensee-Schule wiederum war gesagt worden, dass der Neubau des Gymnasiums parallel zum Schulbetrieb in Altona erfolgen sollte. Und nun plötzlich eine Kehrtwende.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, dass das Gewerbeschulgebäude als Schule weitergenutzt wird. Seit 1870 befindet sich an Wohlwillstraße und Paulinenplatz eine Schule. Nicht wenige im Stadtteil fanden es unglücklich, dass die Gewerbeschule ausziehen soll, weil damit ein weiteres Stück Geschichte von St. Pauli verschwindet.

Noch ist die Sache nicht amtlich. Die Initiative Wohl oder Übel hat in den vergangenen Monaten etliche Gespräche mit Experten, potenziellen Trägern und Nutzern sowie der Politik geführt. Dort ist das Konzept für ein „Wohlville Hamburg“ auf große Zustimmung gestoßen.

Der letzte Stand des Konzepts ist zusammengefasst folgender:

Der Gebäudeteil am Paulinenplatz und der Gebäudeteil oben in der Wohlwillstraße sollen zu Wohnungen umgebaut werden. Inklusive dem Einbau zweier Aufzüge werden die Baukosten bei 5,4 bis 6 Millionen Euro liegen. Der Dachboden im Gebäudeteil in der Wohlwillstraße soll zu einer weiteren Etage ausgebaut werden.

Der Mittelteil soll ausschließlich öffentliche Nutzungen beherbergen. Das hätte den Vorteil, dass dieser Gebäudeteil nicht groß umgebaut und sofort von den künftigen Nutzer*innen bezogen werden könnte.

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Die Turnhalle steht seit kurzem unter Denkmalschutz und soll weiter betrieben werden. Für die Schulcafeteria gibt es die Idee, sie als „Dorfgemeinschaftshaus“ und öffentliche Stadtteilkantine weiterzubetreiben.

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Sowohl die Initiative als auch der Bezirk bevorzugen eine Lösung im Erbbaurecht. Das bedeutet, dass der Stadt weiterhin das Grundstück gehören würde und das Gebäude einer zu gründenden Genossenschaft oder gemeinnützigen GmbH. Die würden dann pro Jahr 2,1 Prozent des Verkehrswerts des Grundstücks (samt Restwert des Gebäudes) an die Stadt zahlen.

Welchen Verkehrswert die Stadt zugrunde legt, und ob als Dach für das Gesamtgebäude eine Genossenschaft, eine gemeinnützige GmbH oder auch eine Eigentümergemeinschaft (der Träger) am besten ist, soll eigentlich in Kürze geprüft werden. Für die verschiedenen Teilflächen des Wohnraums hat Wohl oder Übel in den letzten Monaten mit verschiedenen Trägern gesprochen, die allesamt Interesse an dem Konzept haben.

Ob es nun 2019 starten kann oder aufgeschoben werden muss, wissen wir im Moment leider nicht.

Wir werden im April eine Nachbarschaftsversammlung einberufen, um euch dort über die neue Entwicklung und alle wichtigen Details zu informieren.

Ergebnisse aus dem HCU-Projekt mit jungen Refugees

Collage des Photovoice-Projekts mit jungen Refugees
Collage des Photovoice-Projekts mit jungen Refugees

Studierende der HCU haben im Sommer ein Projekt mit jungen Refugees gemacht, in dem es um die Notwendigkeit und Gestaltung von Gemeinschaftsräumen im Wohlville Hamburg ging. Wichtiger Bestandteil der Forschung war eine relativ neue, bisher selten angewandte Methode: das Photovoice-Verfahren. Die Refugees bekamen Einweg-Kameras, um Eindrück aus ihrem Alltag in Hamburg festzuhalten. Orte, die ihnen gefallen, Orte, die ihnen seltsam vorkommen. In Interviews wurden diese Bilder dann besprochen. Die Projektdokumentation könnt ihr als PDF herunterladen.

Die Handlungsempfehlung der Studierenden für die Planung von WOHL ODER ÜBEL ist folgende:

Ergebnisse aus dem HCU-Projekt mit jungen Refugees weiterlesen

Programm der kommenden Salons

Apr
11
Do
Salon April 2019 #1 @ Art Store St. Pauli
Apr 11 um 14:23 – 15:23

Der April-Salon ist der jungen Generation gewidmet. Verschiedene junge politisch motivierte Gruppen werden die einzelnen Abende bestreiten. Das Programm wird demnächst bekannt gegeben.

Apr
12
Fr
Salon April 2019 #2 @ Art Store St. Pauli
Apr 12 um 14:26 – 15:26

Der April-Salon ist der jungen Generation gewidmet. Verschiedene junge politisch motivierte Gruppen werden die einzelnen Abende bestreiten. Das Programm wird demnächst bekannt gegeben.

Apr
13
Sa
Salon April 2019 #3 @ Art Store St. Pauli
Apr 13 um 14:26 – 15:26

Der April-Salon ist der jungen Generation gewidmet. Verschiedene junge politisch motivierte Gruppen werden die einzelnen Abende bestreiten. Das Programm wird demnächst bekannt gegeben.

Das neue Stadtteilwohnzimmer! Jetzt mit monatlichem Salon

Es gibt gute Neuigkeiten zu vermelden: Im Art Store St. Pauli wird bis mindestens September 2018 durchgehend ein Stadtteilwohnzimmer etabliert. Es steht vor allem für Gruppen aus St. Pauli, die einen Treffpunkt brauchen, und verschiedene Projekte zur Verfügung. Außerdem gibt es den WOHL ODER ÜBEL Salon nun an jedem dritten Wochenende im Monat.

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Der monatliche Salon startet am Donnerstag, 19.10.:
– um 20:30 mit einer Türsteher-Lesung von Viktor Hacker; für alle, die ihn im Mai verpasst haben; www.viktorhacker.de/
– um 21:30 mit dem Film „Der Schmuck der Straße“ (2010, 74 Min.), einer Dokumentation über Transsexuelle aus Lateinamerika auf St. Pauli, von Rosa Baches und Dirk Manthey; Rosa Baches wird dabei sein! https://vi
meo.com/ondemand/schmuckderstrasse

Am Freitag, 20.10, gibt es:
– um 20:30 die Arte-Reportage „Re: Ocupa Barcelona. Der Kampf um Wohnraum“ (2017, 28 Min.)
– um 21:15 das Tango Duo Lírico, mit Ayleén Bárbara Gerull und Jorge Cidades; www.ayleengerull.com/
– danach DJane Carla Riveros Eißmann!

Am Samstag, 21.10, gibt es:
– um 21:00 Kurzfilm Günter Gaus im Gespräch mit Rudi Dutschke (1967)
– um 22:00 Lesung „Alles aus null. Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit“ von Niels Boeing; http://allesaufnull.net/index_AAN.html
– um 23:00 DJ Christian Diefenbach
– um 2:00 Nachtfilm „Punishment Park“ von Peter Watkins (1971)

Wenn Ihr etwas im Stadtteilwohnzimmer machen wollt, sagt Bescheid. Entweder direkt beim wöchentlichen Treffen mittwochs ab 19:30 oder per Email an info@wohloderuebel.net.

Das Umbaukonzept für die Gewerbeschule reift

Super Sache: Das Planerkollektiv aus Altona hat, wie schon auf der letzten Nachbarschaftsversammlung vorgestellt, für uns einen ersten Entwurf ausgearbeitet, wieviel Wohnraum in der Gewerbeschule geschaffen werden könnte!

Die Architekten kennen sich mit dem Thema besonders gut aus: Sie haben bereits das Schulgebäude in der Chemnitzstraße in Altona für Wohnraum neugeplant. Hier ist ein Überblick, welche Arten von Wohnungen (mit wieviel Bewohner*innen) in dem Gebäude Platz finden könnten:

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Wer das Konzept genauer begutachten möchte, kann es sich im Stadtteilwohnzimmer im Art Store St. Pauli anschauen. Wichtig: Dieses Konzept kann sich noch ändern.

Die Arbeitsgruppen von WOHL ODER ÜBEL haben sich außerdem kürzlich zum Workshop getroffen, um die öffentlichen Flächen im Mittelteil des Gebäudes konkret aufzuteilen. So sieht das für die verschiedenen Etagen aus:

Untergeschoss

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Erdgeschoss

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1. Obergeschoss

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Außerdem soll es im Hauptgebäude an der Ecke Paulinenplatz/Wohlwillstraße im Untergeschoss eine öffentliche Nutzung geben:

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Was steht als nächstes an? Rechnen, rechnen, rechnen. Wir haben uns bereits bei ähnlichen Projekten wie Ex-Rotaprint in Berlin über ein Erbbau-Modell und die damit verbundenen Finanzierungskosten informiert sowie mit verschiedenen Stiftungen über mögliche Förderungen gesprochen. Jeder Hinweis, jeder Tipp ist aber willkommen: entweder direkt im Stadtteilwohnzimmer mittwochs ab 19:30 oder per Email an info@wohloderuebel.net.