Vernissage: DIE BAR – 4.11.2023

Der Schnur-Rabe zeigt „DIE BAR“.

Der Schnur-Rabe? Der Schnur-Rabe! Und zwar gehört der Artikel mit zum Namen, es ist ein Anagramm. Verwendet wurden die Buchstaben D R E S C H E R und B R A U N, nun ergeben sich, kombiniert mit den Vornamen Antje und Verena, zwei Namen von Hamburger Zeichnerinnen. Im Jahre 2020 künstlerisch zusammen gekommen (die beiden kannten sich schon vom Tanzen) begannen sie, wöchentlich die schnöde Corona-Abgeschnittenheit-von-allem zeichnerisch zu nutzen und Blätter zu füllen. Auch nach dem Ende der Abgeschnittenheit fuhren sie fort, zusammen zu zeichnen, gemeinsam auf einem Blatt, und später auf verschiedenen Blättern, aber weiterhin an einem Tisch. Dabei tranken sie Bier. Weil Kunst, zumindest war dies die Überlegung, eine Richtung braucht, beschlossen sie eines Tages, nach Sichtung des sich angesammelten Materials, zu einem Thema zu arbeiten.

Das Thema: DIE BAR! (weitere Themenschwerpunkte wären gewesen: Menschenhaufen, Zirkus, Tanz, Tiere und Meerjungfrauen).

DIE BAR – Treffpunkt, Tränke, Zeitvertreib, Heimat, Bühne, Ort von und für Geschichten.
Menschen begegnen sich oder existieren aneinander vorbei, bezogen, unbezogen, betrunken, fast  nüchtern. Oder schon drüber.
Geschlechter-Diskrepanz, mal so mal so. Verträge an der Theke.

Die ausgestellten Bilder, Malerei und Zeichnung, sind Annäherungen. Welche Bar kann man sich vorstellen, und wie sieht sie aus, wer ist dort anzutreffen? Es ist ein Spiel, und in jedem Spiel steckt das Leben. 

Der Schnur-Rabe, Antje Drescher und Verena Braun, freut sich auf euch!

Ausstellungseröffnung: Samstag, 4.11. 23 ab 19 Uhr. 

Offizielle Öffnungszeiten Sonntag 5.11. und 12.11. von 12-16 Uhr.
Und nach Vereinbarung unter post@verenabraun.de

#art #hamburg #stpauli #exhibition #barculture

Exkursion und Tipp für den 2.11.2023

Der Salon de Confluencia lädt für kommenden Donnerstag mit ein, im Barboncino den Gedanken der Stadt als Commune weiterzudenken. Damit es keine Terminkonkurrenz gibt, haben wir den nächsten Salon auf Donnerstag, den 16.11. verlegt. Auch dort soll es um Stadt gehen (aber dazu später mehr), es ist also eine Art Doppelsalon zur Stadt als Ort der Auseinandersetzung um die Zukunft.

Bild: Christoph Schäfer

02.11.23/// 19.30 Uhr
Buchvorstellung und Diskussion im Barboncino

BAUSTELLE COMMUNE
Lefebvre und die urbane Revolution


In Auseinandersetzung mit der Pariser Commune von 1871 entdeckt Lefebvre das revolutionäre Potential urbaner Gesellschaften. Das Thema „Stadt“ rückt ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Er begeistert sich für frühe Formen zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation und beschreibt die Bedeutung sozialräumlicher Widersprüche für die Entstehung revolutionärer Bewegungen.  

„Bis zum heutigen Tag stellt die Commune den einzigen Versuch eines revolutionären Urbanismus dar“, schreibt Henri Lefebvre, während sich um ihn herum, an den Universitäten von Strasbourg und Nanterre, die Ereignisse von 1968 zusammenbrauen…   

Und was lernen wir aus Lefebvres Beschreibungen der Pariser Commune für das Recht auf Stadt heute?

Buchvorstellung und Diskussion mit Klaus Ronneberger, Moritz Hannemann, Jan Lemitz sowie Park Fiction und dem Salon de Confluencia.

Ausstellung: „Catriots“ von Ebru Durupinar, 20.-29.10.2023

Ab 20. Oktober präsentiert Ebru Durupinar „Catriots“ – Zeichnungen. Bei der Vernissage spielt Ayse Glass auch einen Theremin-Techno-Gig.

Ebru ist Künstlerin und Photographin, lebt in St. Pauli, arbeitet aber auch regelmäßig in ihrem Atelier in Istanbul.

Ayse hat in Architektur promoviert, forscht an der HafenCity University u.a. an KI für Architektur und Stadtentwicklung. Und Musikerin ist sie auch.

Beide sind wahre Tausendsassas, und wir freuen uns, beide im Salon zu haben.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mi – So 14-16 h.

Die Ausstellung läuft bis zum 29. Oktober.

LitLab #14: Hans-Arthur Marsiske liest

Am 19. Oktober liest Hans-Arthur Marsiske aus:

FEUERGEISTER – Die Aufzeichnungen des Alchemisten Caspar aus Böhmen

Während in Europa der Dreißigjährige Krieg wütet, begegnen sich in Nordamerika ein Alchemist aus Europa und ein Medizinmann der Langhausleute. Mit ihrem vereinten Wissen aus zwei Welten könnten sie den Verlauf der Weltgeschichte ändern…

Caspar, der Protagonist, wächst bei einer zurückgezogen im Wald lebenden Frau auf. Bei ihr lernt er nicht nur den Umgang mit Pflanzen, Tieren und Geistern, sondern auch, wie er sich gegen Angreifer verteidigen kann. Caspars Kenntnisse verhelfen ihm schließlich zu einer Schiffspassage nach Amerika. Bei den dort lebenden Langhausleuten, von ihren Feinden „Irokesen“ genannt, erlebt Caspar zum ersten Mal ein Leben in Frieden. Doch dieses Glück wird schon bald darauf durch Kirchenleute bedroht, die mit einer Unbarmherzigkeit vorgehen, die bei den hier lebenden Völkern bisher unvorstellbar war. Caspar jedoch ist mit dieser Kampfweise bestens vertraut und zieht ein letztes Mal in den Krieg.

Mit seinem Protagonisten teilt Hans-Arthur Marsiske die Sehnsucht nach Frieden und Harmonie sowie die Faszination fürs Feuer. Der 1955 geborene promovierte Sozialhistoriker arbeitet als freier Journalist und Buchautor. Zu seinen Veröffentlichungen gehören der Science-Fiction- Roman „Die letzte Crew des Wandersterns“ (Hinstorff Verlag, 2019) und die Kulturgeschichte der Raumfahrt „Heimat Weltall – Wohin soll die Raumfahrt führen?“ (Suhrkamp Verlag, 2005).

2018 erlebte er in Montreal, wie Kevin Ka‘nahsohon Deer als Vertreter der First Nations die Teilnehmer des RoboCup – eines Wettbewerbs für Roboterfußball –in seiner Heimat willkommen hieß. Die kurze Ansprache war der erste Funke zu seinem Roman „Feuergeister“.

Wie immer ist das Publikum im LitLab herzlich eingeladen, an diesem noch unveröffentlichten Roman mitzuforschen. Mitdenken also, Neues entdecken, Fragen stellen, diskutieren, feiern – so soll es sein.

Tür auf ab 20:00, los geht’s ca. 20:30. Eintritt frei, Getränke wie immer gegen Spende und zugunsten von unserem Lieblings-Ort.

Salon de Confluencia #5 – Was tun gegen Rechts? Teil 2, 5.10.2023

Im ersten Teil haben wir Aktivist:innen aus Thüringen zugehört, die aus ihrem Alltag erzählten, wie erdrückend und mitunter gefährlich dort die Verhältnisse angesichts einer immer stärker werdenden AFD mittlerweile sind.

Wir haben über Frankreich erfahren, wie schon unter Macron autoritäre Strukturen überall installiert werden, wie dort durch Armut, Hunger, Polizeigewalt und Streichungen öffentlicher Gelder eine präfaschistische Situation vorherrscht, die von Le Pen direkt übernommen werden kann.

Wie sich dieser Entwicklung entgegenzustellen, das kam bei soviel Input zu kurz. Darum soll es in diesem fünften Salon de Confluencia gehen: Was tun gegen rechts? 2. Runde am Donnerstag, den 5.10.2023.

Ideen für Vernetzung, Aktionen u.a. sind willkommen. Außerdem wünschen wir uns einen Austausch über die Situation, wie wir sie einschätzen und eben was zu tun ist!

Tür auf um 20:00, los geht’s um ca. 20:30. Getränke gegen Spende.

LitLab #13: Gabriele Thießen liest

Am Donnerstag, den 14. September, stellt die Historikerin und Autorin Gabriele Thießen ihre Tragikomödie „Ein neuer Tramp“ zur Diskussion.

Es geht um Charlie Chaplins Leichnam, der spurlos aus der Garage seines Bestatters verschwindet. In der Folge steht der Nachwuchsbestatter Louis vor der Frage, ob seine geliebte Großmutter ihr Idol womöglich entführt hat.

Gabriele Thießen kennt die Milieus, über die sie in dieser alternativen Geschichtsschreibung erzählt. Sie war für Anwälte, Bestatter und Filmproduktionen tätig und studierte Geschichtswissenschaft. Aufgewachsen in der niedersächsischen Prärie, zog es sie von Hamburg nach London und schließlich nach Münster, wo sie heute mit ihrer Familie lebt. Bisher veröffentlichte sie in Literaturzeitschriften und Anthologien, erhielt zwei Arbeitsstipendien der Stadt Hamburg und war im Vorstand des Hamburger writers´ room.

Aktuell arbeitet sie an ihrem Romandebüt, das sie uns am 14. September im Literatur Labor vorstellen wird – eine schwarze Tragikomödie um einen englischen Bestatter, der sich beruflich und privat neu erfinden muss: Wie kann Louis als Bestatter arbeiten, obwohl er beim Anblick von Blut in Ohnmacht fällt? Wie kann er für seine heimliche Liebe mehr werden als der gute alte Kumpel? Und wie soll er damit umgehen, dass seine Großmutter womöglich Charlie Chaplins Leichnam entführt hat? Wie immer im Litlab wird dies keine ganz gewöhnliche Lesung.

Beim Literatur Labor auf dem Kiez ist das Publikum herzlich eingeladen, an diesem noch unveröffentlichten Roman mitzuforschen. Die Autorin stellt Schlüsselszenen vor und fragt nach: Wer, glaubt ihr, hat Chaplins Leichnam entwendet? Passt das Verhältnis von Komik und Tragik zu Chaplins Filmen? Welchen Eindruck hat man von den Figuren? Sind sie sympathisch oder unsympathisch? Welche Wünsche, Ängste und Ziele könnten sie haben? Braucht es mehr Beschreibung der Handlungsorte? Dazu laufen Soundtracks aus Chaplins bekanntesten Filmen und natürlich schenken wir geistige Getränke aus, die schon in der Stummfilm-Ära populär waren. Zuhören also, Neues entdecken, Fragen stellen, diskutieren, feiern – so soll es sein.

Die Türen sind auf ab 20 Uhr, Beginn so gegen 20.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei, Getränke wie immer gegen Spende und zugunsten von unserem Lieblings-Ort.
Wir freuen uns auf euch!

Salon de Confluencia #4 – Was tun gegen Rechts? 7.9.2023

Was tun gegen Rechts?

Es ist tragisch, dass diese Frage 2023 immer noch aktuell ist. Tatsächlich ist sie angesichts der Umfragewerte für die AfD hierzulande, der neofaschistischen Regierung in Italien oder des gewaltigen Rechtsrutsches in Frankreich – auch der Macron-Regierung – so aktuell wie wohl seit 100 Jahren nicht mehr.

Die politische Linke hingegen ist anderthalb Jahre nach der Pandemie so schlecht aufgestellt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Warum ist das so? Müssen wir noch mal ganz von vorne nachdenken? Über Inhalte, Aktionsformen, Utopien?

Darum soll es beim nächsten Salon de Confluencia am Donnerstag, den 7. September gehen. Inputs zur Lage werden uns am Anfang Christiane Schneider (Die Linke, Hamburg), Oliver Fahrni (Journalist, Marseille) und Aktivist:innen aus Thüringen geben. Diskussion im Anschluss.

Tür auf um 20:00, los geht’s spätestens um 20:30.

Reflexionsabend zum „Paulihaus“ – 5.9.2023

Das Fundament des unsäglichen Pauliklotzes steht – wie konnte es so weit kommen?

Drei Jahre haben viele im Stadtteil gegen dieses überdimensionierte und nicht zeitgemäße Bauprojekt, gegen die fehlende Beteiligung der Anwohner:innen protestiert. Geholfen hat es am Ende nicht, wie man sieht.

Höchste Zeit, das alles noch mal gemeinsam zu reflektieren. Am kommenden Dienstag, den 5. September wollen wir mit allen, die sich am Protest beteiligt oder ihn unterstützt haben, ein paar Fragen diskutieren:

– Was ist gut gelaufen, was würden wir heute anders machen?

– Was gibt es von der aktuellen Entwicklung zusammenzutragen?

– Welche aktuellen, übergeordneten Kontexte sehen wir dabei im Stadtteil?

– Was können, sollten wir für die Zukunft aus unseren Protesten gegen den Pauliklotz lernen?

– Wie soll es weitergehen?

Tür auf um 20:00, los geht’s spätestens um 20:30.