Willkommen im Wohlville Hamburg!


logo_wohlville-hamburg_bg-transpSeit  Mai 2015 haben Bewohner*innen der Wohlwillstraße und rundum Ideen gesammelt, was ab 2018 im Gebäude und auf dem Gelände Gewerbeschule Werft und Hafen an Gutem entstehen könnte, und sie haben an ersten Konzepten geschmiedet – auf fünf gut besuchten Nachbarschaftsversammlungen, auf dem Wohlwillstraßenfest, in unserem Stadtteilwohnzimmer im Art Store St. Pauli, in zahllosen Diskussionen auf der Straße, in Kneipen, an Türen und in Küchen.

Jetzt ist die Richtung klar: für bezahlbares Wohnen und öffentliche Stadtteilräume, jenseits von privaten Profitinteressen und ohne eine Planung von oben über die Köpfe der Bewohner*Innen hinweg – und ohne Abriss des Gebäudes.

Wohl statt übel, oder: das Projekt WOHLVILLE HAMBURG!

Das Projekt WOHLVILLE HAMBURG soll ein Ort für Menschen werden, die hier neu ankommen, die in St. Pauli groß oder alt werden, und für all diejenigen, die es irgendwann hierhergezogen hat. Ein Raum für unterschiedliche Lebensentwürfe, ein Ort gegenseitigen Respekts und der Teilhabe für alle am Leben im Stadtteil. Das WOHLVILLE HAMBURG versteht sich als neues Modell für die künftige Entwicklung von St. Pauli. Die öffentliche, selbstorgansierte Nutzung des Gebäudes ist darauf angelegt, für und mit dem Stadtteil zu wachsen. Es für alle ist damit auch ein Experiment mit neuen demokratischen Formen: aus dem Stadtteil entstehend – für den Stadtteil!

Solidarität und Selbstbestimmung: Der Charakter des Projekts soll durch soziales Miteinander, Kollektivität und Offenheit definiert werden und die Abhängigkeiten und Diskriminierungen aufbrechen, die den Alltag nicht weniger Bewohner*innen prägen. Keine weitere Aufhübschung und Eventisierung des Stadtteils! Wir wollen mit unseren Formen des Zusammenlebens und der Gestaltung der öffentlichen Räume zeigen, wie ein selbstbestimmtes Leben auf St. Pauli aussehen kann.

Umwelt: Wir wollen das Projekt möglichst energetisch unabhängig machen und auf lange Sicht
eine günstige Wärme- und Stromversorgung zu schaffen, z. B. durch Solarpanele, Blockheizkraftwerk und Regenwassernutzung. Es ist für uns selbstverständlich,WOHLVILLE HAMBURG in allen Bereichen ökologisch zu gestalten. Für das Hier und Heute, für das Morgen.

Wirtschaft: »Keine Profite mit der Miete« ist unser Motto.Wir wirtschaften nicht gewinnorientiert. Eventuelle Überschüsse kommen sozialen Stadtteilnutzungen zugute. Wichtig ist uns, Dinge wie Werkzeuge und
Maschinen gemeinsam zu nutzen. Das WOHLVILLE HAMBURG versteht sich als Baustein einer zukünftigen solidarischen Ökonomie auf St. Pauli.

Barrierefreiheit: Das Gebäude ist momentan nicht barrierefrei. WOHLVILLE HAMBURG aber muss für Menschen mit Handycap zugänglich sein.Wir werden darauf achten, dass es keine kulturellen Hemmschwellen gibt und dass das Gebäude für alle im Stadtteil einladend ist.

Wohlville Hamburg Nutzungsverteilung

DAS ERSTE KONZEPT

Wohnen soll 80 Prozent des Gebäudekomplexes einnehmen (derzeit geschätzte 3000 qm). Etwa die Hälfte des Wohnraums soll Geflüchteten zur Verfügung stehen, davon zum Teil unbegleitete minderjährige Geflüchtete.
In der anderen Hälfte sollen zum einen Menschen wohnen, die von Verdrängung bedroht sind –ältere St. Paulianer*innen etwa, oder Jugendliche, die hier aufgewachsen sind und keine bezahlbare Wohnung finden – und zum anderen Menschen, die spezielle Unterstützung in ihrem Alltag benötigen, Obdachlose oder psychisch Kranke zum Beispiel, des weiteren Menschen, die sich gemeinsam in dem Projekt »Palais Wohlville« engagieren. Bei einer Mindestwohnfläche von 25 bis 30 Quadratmetern pro Person rechnen wir mit maximal 100 bis 120 Bewohner*Innen. Dazu müssen noch die Gemeinschaftsräume werden.

Sofern inhaltlich und räumlich möglich, wird auf eine Trennung verzichtet, alle Wohnbereiche,Wohnformen und Bewohnergruppen sollen möglichst über den gesamten Gebäudekomplex verteilt werden.Teilhabe und soziales Miteinander sind ausdrücklich erwünscht. Einigkeit besteht darüber, dass die Wohnungen zu 100 Prozent Sozialwohnungen sein sollen.WOHL ODER ÜBEL erkundet derzeit, mit welchem Träger die Wohnungen für Geflüchtete im WOHLVILLE HAMBURG am besten umgesetzt werden können. Für psychisch Kranke möchte die Rautenberg-Gesellschaft wiederum kleinere Wohnungen von ca. 30- 35 Quadratmetern für Einzelpersonen, die einen Gemeinschaftsraum haben.

Öffentliche, nichtkommerzielle Räume und Treffpunkte, die für jeden zugänglich sind, wünschen sich die Bewohner*innen des Viertels dringend. WOHL ODER ÜBEL schlägt vor, 20 Prozent der nutzbaren Flächen des Schulgebäudes für solche öffentlichen Nutzungen freizuhalten. Offene Räume fördern die Kommunikation und das Miteinander. Nachbar*innen aus dem Viertel und zukünftigen Bewohner*innen des WOHLVILLE HAMBURG bieten sich durch die Kombination von Wohnraum und öffentliche Bereiche neue Orte für gemeinsame Aktivitäten und Projekte.

Zusätzlich sollen die Cafeteria und die Turnhalle im Hinterhof weiter genutzt werden. Im einzelnen sieht das Konzept vor: eine Stadtteilwerkstatt, eine Tauschbörse / Umsonstladen, einen Stadtteilladen, eine Bibliothek / ein Unterrichtsraum, einen von Jugendlichen und junge Erwachsenen selbst verwalteten Raum,

Beratungsräume, eine sozialpsychiatrische Ambulanz (mit Nachtcafé), einen Raum für Veranstaltungen / Probebühne in der bisherigen Aula, dazu Ateliers / Werkstattplätze / Proberäume.

Als Öffentliche Nutzungen außerhalb des Gebäudes bieten sich an: die bestehende Turnhalle, eine Cafeteria / Weltkantine mit preiswertem, guten Essen für alle und kostenlosem Essen für Bedürftige, ein Garten für Urban-Gardening-Experimente, Hochbeete, Kompostecke, Gewächshaus, dazu eine Anlaufstelle für Food Sharing sowie für die Sammlung in Supermärkten aussortierter Lebensmittel.

STRUKTUR UND FINANZIERUNG DES PROJEKTS

Im Vorwege ist die Gründung eines Vereins und anschließend einer Planungsgenossenschaft als Dachorganisation/ Verhandlungspartner angedacht. Wichtig ist uns, dass wir für die Umsetzung des Konzepts eine unabhängige und selbstverwaltete Organisationsform brauchen. Diese soll sicherstellen, dass das Grundstück langfristig der Spekulation entzogen ist und im Sinne dieses Konzeptes genutzt werden kann. Zugleich wollen wir erreichen, dass die geplanten Vorhaben ohne städtische Einmischung selbstverwaltet umgesetzt werden können.

Die verschiedenen Nutzungsgruppen werden Mitglied z.B. einer Genossenschaft. Ein ausgeglichenes Stimmberechtigungsverhältnis zwischen den Bereichen »Wohnen« und »Öffentliche Nutzung« wird sichergestellt durch die Organisation aller Nutzungsgruppen unter der gemeinsamen Dachorganisation, innerhalb derer jede Nutzungsgruppe stimmberechtigt ist.

Wir streben eine allgemeine Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung der verschiedenen Nutzungsgruppen an. Solide Finanzierungskonzepte können wir erst in Angriff nehmen, wenn der tatsächliche Finanzierungsbedarf – Kosten für Erwerb oder Erbpacht des Grundstücks, Kaufpreis und Sanierungs-/Umbaukosten für die Gebäude etc. – erkennbar ist. Gelder könnten über verschiedene Wege eingeworben werden: Stiftungen, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), das Zeichnen von Anteilen an der zu gründenden Planungsgenossenschaft oder Direktkredite wie beim Mietshäusersyndikat.

Diesen Text könnt Ihr auch als zweiseitigen Flyer runterladen.

Eine ausführliche Fassung des Konzepts findet Ihr hier (oder als PDF).

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