Neue Entwicklung zur Gewerbeschule

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Wir haben am Wochenende per Zufall erfahren, dass die Schulbau – das ist der Landesbetrieb, der Hamburgs Schulen verwaltet – die Gewerbeschule in der Wohlwillstraße offenbar erst einmal weiternutzen will.

Die Gewerbeschule Werft & Hafen wird 2019 definitiv ausziehen. Aber im Anschluss soll bis 2023 das Struensee-Gymnasium in Altona in dem Gebäude ein Ausweichquartier finden. Bis dahin soll in der Struensee-Straße der Neubau für das Gymnasium fertig sein, das ab 2021 auch die französische Schule in Hamburg wird.

Diese Entwicklung kommt nun etwas überraschend. Auf mehrfache Nachfrage in den letzten zwölf Monaten hatte es seitens der Schulbau keine Hinweise darauf gegeben, dass sie Weiternutzungspläne für das Gewerbeschulgebäude hat. Den Eltern der Struensee-Schule wiederum war gesagt worden, dass der Neubau des Gymnasiums parallel zum Schulbetrieb in Altona erfolgen sollte. Und nun plötzlich eine Kehrtwende.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, dass das Gewerbeschulgebäude als Schule weitergenutzt wird. Seit 1870 befindet sich an Wohlwillstraße und Paulinenplatz eine Schule. Nicht wenige im Stadtteil fanden es unglücklich, dass die Gewerbeschule ausziehen soll, weil damit ein weiteres Stück Geschichte von St. Pauli verschwindet.

Noch ist die Sache nicht amtlich. Die Initiative Wohl oder Übel hat in den vergangenen Monaten etliche Gespräche mit Experten, potenziellen Trägern und Nutzern sowie der Politik geführt. Dort ist das Konzept für ein „Wohlville Hamburg“ auf große Zustimmung gestoßen.

Der letzte Stand des Konzepts ist zusammengefasst folgender:

Der Gebäudeteil am Paulinenplatz und der Gebäudeteil oben in der Wohlwillstraße sollen zu Wohnungen umgebaut werden. Inklusive dem Einbau zweier Aufzüge werden die Baukosten bei 5,4 bis 6 Millionen Euro liegen. Der Dachboden im Gebäudeteil in der Wohlwillstraße soll zu einer weiteren Etage ausgebaut werden.

Der Mittelteil soll ausschließlich öffentliche Nutzungen beherbergen. Das hätte den Vorteil, dass dieser Gebäudeteil nicht groß umgebaut und sofort von den künftigen Nutzer*innen bezogen werden könnte.

oeffentliche_nutzungen

Die Turnhalle steht seit kurzem unter Denkmalschutz und soll weiter betrieben werden. Für die Schulcafeteria gibt es die Idee, sie als „Dorfgemeinschaftshaus“ und öffentliche Stadtteilkantine weiterzubetreiben.

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Sowohl die Initiative als auch der Bezirk bevorzugen eine Lösung im Erbbaurecht. Das bedeutet, dass der Stadt weiterhin das Grundstück gehören würde und das Gebäude einer zu gründenden Genossenschaft oder gemeinnützigen GmbH. Die würden dann pro Jahr 2,1 Prozent des Verkehrswerts des Grundstücks (samt Restwert des Gebäudes) an die Stadt zahlen.

Welchen Verkehrswert die Stadt zugrunde legt, und ob als Dach für das Gesamtgebäude eine Genossenschaft, eine gemeinnützige GmbH oder auch eine Eigentümergemeinschaft (der Träger) am besten ist, soll eigentlich in Kürze geprüft werden. Für die verschiedenen Teilflächen des Wohnraums hat Wohl oder Übel in den letzten Monaten mit verschiedenen Trägern gesprochen, die allesamt Interesse an dem Konzept haben.

Ob es nun 2019 starten kann oder aufgeschoben werden muss, wissen wir im Moment leider nicht.

Wir werden im April eine Nachbarschaftsversammlung einberufen, um euch dort über die neue Entwicklung und alle wichtigen Details zu informieren.

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